Information zur Sterilisation des Mannes
Im Vorfeld
In der Regel findet zunächst ein Informationsgespräch beim Arzt (Urologe) statt, in dem Sie über die Sterilisation (Vasektomie) informiert werden, Fragen stellen können und sich darüber klar werden müssen, ob Sie den Eingriff tatsächlich durchführen lassen wollen.
Haben Sie sich zur Vasektomie entschlossen, vereinbart Sie einen Termin, an dem der Eingriff durchgeführt werden soll.

Die Vorbereitungen
Wie bei Operationen üblich, muss die Behaarung um die zu operierende Stelle entfernt werden. Ob die Entfernung der Haare mit Rasur oder Enthaarungscreme erfolgt, ist unerheblich. Da diese Operation nur ein kleiner Eingriff ist, müssen Sie auch nicht nüchtern erscheinen, sondern können vorher üblicherweise etwas essen.
Bei einem Eingriff unter Vollnarkose sind natürlich einige zusätzliche Dinge zu beachten, wie z. B.: 12 Stunden vorher nicht essen, trinken oder rauchen.
Vor der Operation muss der Genitalbereich selbstverständlich gewaschen werden. Alles wird dann desinfiziert und die Samenleiter jeweils durch eine Spritze am Hodensack betäubt. Nun dauert es eine Viertelstunde bis die Betäubung richtig wirkt.
Bei einer Vollnarkose bekommt Sie dagegen ein Narkotikum mit einer Venenkanüle in die Armbeuge.

Die Durchführung
Direkt vor der Operation wird alles noch einmal desinfiziert. Der Operateur sucht seitlich am Hodensack nach dem Samenleiter (der liegt direkt unter der Oberfläche) und klemmt den Bereich um den Samenleiter so ein, dass die Haut richtig gespannt ist. An dieser Stelle wird nun ein etwa ein Zentimeter langer Schnitt gemacht. Durch die Spannung kommt der Samenleiter automatisch heraus und es wird ein Stück davon herausgeschnitten und die Enden abgebunden und durch Hitze verschlossen. Man lässt das ganze nun ruhen und beginnt mit der Durchführung auf der anderen Seite. Ist auch diese Seite erledigt und treten keine besonderen Blutungen mehr auf, werden die Enden der Samenleiter in verschiedenen Gewebebereichen versenkt und die Schnitte am Hodensack genäht.
Die Operation dauert etwa 30-45 Minuten und Sie können direkt nach der Durchführung nach Hause gehen. Sie bekommen ein Schmerzmittel mit, falls nach dem Abklingen der Betäubung Wundschmerzen auftreten sollten.
Bei einem Eingriff unter Vollnarkose sind besondere Verhaltensmaßregeln zu beachten über die Sie der Operateur und Narkosearzt ausführlich informiert.

Die Nachsorge
Nach der Operation sollten Sie sich für zwei bis drei Tage ein wenig schonen.
Wichtig ist die regelmäßige Reinigung des Genitalbereichs, da die Wunden natürlich richtig heilen müssen. Etwa eine Woche nach der Operation werden die Fäden gezogen und die Nähte überprüft.
Es kann unter Umständen - wie nach jeder Operation - zu verschiedenen Probleme in den nächsten Tagen kommen. Eine Nachblutung kann auftreten, die dann wie ein blauer Fleck aussieht oder zu einer erheblichen Schwellung des Hodensack führt. Dies ist jedoch in der Regel ungefährlich, aber in Ausnahmefällen kann es vorkommen, dass ein erneuter Eingriff erforderlich ist.
Manchmal kann sich auch ein sog. Spermagranulom bilden, das sich in einer erbsen- bis kirschgroßen Schwellung am Samenleiter bemerkbar macht und aus sich aufstauendem Samenzellen besteht, aber üblicherweise nicht schmerzhaft ist und sich nach einiger Zeit von selbst wieder zurückbildet.
Sie sind nicht sofort nach dem Eingriff unfruchtbar, da die Samenzellen auf ihrer langen Wanderung durch die Samenleiter sich bereits hinter der Unterbrechung im Bereich der Vorsteherdrüse und der Samenblase befinden. Um die Unfruchtbarkeit sicherzustellen, muss nach sechs Wochen die Samenflüssigkeit untersucht werden, ob sich noch Samenzellen darin befinden. Falls dies der Fall sein wollte, wird die Untersuchung wiederholt, bis keine lebenden Samenzellen mehr festgestellt werden können. Diese Untersuchung wird nach etwa acht Wochen und nach einem Jahr wiederholt, da es in ganz seltenen Fällen vorkommt, dass die Samenleiter doch wieder zusammenwachsen. Noch seltener ist der Fall, dass ein Mann einen dritten Samenleiter hat, der dann die Samenzellen weiterhin richtig leitet.

Die Entscheidung
Die Entscheidung, eine Vasektomie durchführen zu lassen ist sehr weitreichend und sollte in jedem Fall gut bedacht werden.
Da man üblicherweise davon ausgeht, dass die Vasektomie ein endgültiger Schritt und nur mit hohem Aufwand und viel Geld wieder rückgängig gemacht werden kann (und auch dann nicht garantiert), muss man sich wirklich zu 100% sicher sein. Es sollte in keinem Fall aus einer Laune oder speziellen Situation heraus gemacht werden.
Sie müssen sich über viele Dinge im Klaren sein, die durch die Vasektomie definitiv herbeigeführt werden.
  • Ich kann keine Kinder mehr zeugen

  • Habe ich die Entscheidung gemeinsam mit der Partnerin getroffen?

  • Durch geänderte Lebensumstände (z. B. eine neue Partnerschaft) könnte durchaus wieder ein Kinderwunsch entstehen

  • Bin ich psychologisch in der Lage, meine Männlichkeit (in dem Sinne, dass ich nicht mehr zeugungsfähig bin) zu verlieren? Leidet mein Selbstwertgefühl?

  • Bin ich alt genug, dass ich mir meiner Entscheidung sicher sein kann?

  • Habe ich alle Für und Wider gegeneinander abgewogen?

  • Bei der Entscheidungsfindung sollte man sich in jedem Fall mit seinem Partner einig sein und ein Beratungsgespräch beim Urologen in Anspruch nehmen.