Informationsblatt Leistenhoden / Hodenhochstand
Während der Schwangerschaft wandert der Hoden des Kindes von der hinteren Bauchwand durch den Leistenkanal in den Hodensack, hier kann man ihn in der Regel nach der Geburt tasten. Auf dieser natürlichen Wanderung kann der Hoden an verschiedenen Stellen verbleiben, ohne den Hodensack zu erreichen.

Auf der Abbildung sind die verschiedenen möglichen Fehllagen des Hodens einge-zeichnet. Ein Hodenhochstand kann zu Störungen der Fruchtbarkeit, abnormer Be-weglichkeit des Samenstranges mit Hodenverdrehung oder im Erwachsenenalter zu einem erhöhten Risiko an Hodenkrebs führen. Im 1. Lebensjahr wandert der Leistenhoden häufig von selbst an normale Stelle in den ersten Lebensjahres noch nicht im Hodensack zu tasten ist, sollte je nach Hodenlage zunächst eine Hormonbehandlung versucht werden. Nach erfolgloser Hormonbehandlung oder zusätzlichem Vorliegen eines Leistenbruches (sog. offener Processus vaginalis) wird eine operative Behandlung notwendig.

Dieser Eingriff kann ambulant durchgeführt werden und erfolgt über einen kleinen Hautschnitt in der Hautfalte am Unterbauch, wobei der Leistenkanal eröffnet und der Samenstrang mit dem Hoden freigelegt werden. Dabei werden Verwachsungen und ein evtl. vorliegender Bruchsack abgetragen. Über einen zweiten kleinen Schnitt am Hodensack kann der Hoden nun spannungsfrei in den Hodensack verlagert und dort festgenäht werden. Das verwendete Nahtmaterial löst sich von selbst auf.

Als mögliche Komplikationen und Folgen des Eingriffes sind in sehr seltenen Fällen zu nennen Verletzungen von Nerven, Samenleiter und Blutgefäßen des Hodens.

Gelegentlich werden Entzündungen oder Wundheilungsstörungen nach der Operation beobachtet. Der ambulante Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt. Über Einzelheiten und Risiken der Narkose werden Sie vom Narkosearzt aufgeklärt. Die notwendigen Nachuntersuchungen erfolgen in unserer Praxis und werden später vom einweisenden Kinderarzt zu Ende geführt.