Information zur Gewebeprobeentnahme aus der Prostata
Bei Ihnen sind eine Ultraschalluntersuchung der Vorsteherdrüse (Prostata) über den Enddarm und eine Entnahme von 6 Gewebsproben aus der Prostata geplant.
Die Prostata liegt unmittelbar unter der Harnblase und umschließt den hinteren Anteil der männlichen, Harnröhre. Die natürlichen Ausführungsgänge der Prostata münden in die Harnröhre. Die Rückseite der Prostata grenzt direkt an den Enddarm und ist von dort gut erreichbar. Ob Veränderungen an der Prostata vorliegen, kann in vielen Fällen durch das Abtasten mit dem Finger vom Enddarm aus erkannt werden, jedoch Ist die Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Erkrankungen nicht immer möglich.
Die Bestimmung des Prostata spezifischen Antigens (PSA) im Blut ist hierbei hilfreich. Der Normwert liegt unter 4 ng/ml. Jedoch die Unterscheidung: Entzündung der Prostata oder Prostatakrebs kann nur in ganz seltenen Ausnahmefällen getroffen werden. Sicherheit gibt nur die feingewebliche Untersuchung von repräsentativen Gewebsproben.

Diese Gewebeproben lassen sich am sichersten unter Ultraschallkontrolle entnehmen. So lassen sich auch sono-graphisch auffällige Prostataareale gezielt punktieren und feingeweblich abklären. Die Untersuchung mit der Ultraschallsonde ist von der Schmerzhaftigheit her vergleichbar mit einer Tastuntersuchung, die Gewebeentnahme mit einer Blutentnahme.

Bei jeder Gewebeentnahme kann es zu einer Blutung kommen. Zur Vorbeugung müssen Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen, eine Woche vor der Gewebsentnahme abgesetzt werden, insbesondere Medikamente, die den Wirkstoff Acetylsalizylsäure enthalten ( z.B. Aspirin®,ASS®, Togal®, Godamed®, Iscover®, Plavix®,etc.). Bestimmte Präparate z.B. Marcumar® nach Rücksprache abgesetzt werden. Um Infektionen durch der Gewebeentnahme zu vermelden, wird bereits 1 Tag vor der Untersuchung ein Antibiotikum gegeben. Das Rezept wird vom überweisenden Arzt oder von uns ausgestellt.

Nach der Gewebeprobeentnahme können geringe Blutbeimengungen im Urin für 4-5 Tage auftreten. Ebenso können beim ersten Stuhlgang nach der Untersuchung Blutauflagerungen auf dem Stuhl auffallen. In vielen Fällen ist die Samenergußflüssigkeit anschließend 4-5 mal blutig oder braun verfärbt. Diese beschriebenen Nebenwirkungen sind harmlos und vergehen in der Regel ohne weitere Behandlung.
Bei einem größeren Blutabgang aus dem After, starken anhaltenden Schmerzen, bei Fieber, starken Blutbeimengungen im Urin oder einer Harnsperre sollten Sie sich sofort bei uns melden. Ausnahmsweise kann es dann notwendig werden, Sie stationär weiter zu behandeln.